Gerontopsychiatrie

Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie DGGPP e.V.

Weniger Jüngere, mehr Ältere - viel mehr Demenzkranke

Das ist kurzgefasst die Auwirkung des demografischer Wandels auf Deutschland und beschreibt welche Herausforderungen auf unser Gesundheits- und Sozialwesen zukommen.

Bereits heute fehlen zehntausende von Pflegekräften. PriceWaterhouseCoopers rechnet bis 2030 mit 950.000 fehlenden Fachkräften in Gesundheit und Pflege insgesamt – das entspricht der Einwohnerzahl einer Stadt wie Köln. Parallel dazu verändert sich der wichtigste Pflegedienst in unserem Land: die Familie. Die individuelle Mobilität steigt, die Zahl der Einpersonenhaushalte nimmt zu. Verschärft wird diese Entwicklung durch den starken Geburtenrückgang. Damit fehlen nicht nur Einzahler in die Sozialsysteme, es können sich auch immer weniger Jüngere um die älteren Pflegebedürftigen kümmern.

Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der Demenzkranken mehr als verdoppeln. Wer versorgt diese Patienten dann medizinisch und pflegerisch? Dafür müssen kluge und auf Fakten basierende Lösungen gefunden werden. Für alle Berufsgruppen und ohne Ideologie

Ohne diese gerontopsychiatrische Kompetenz ist die Zukunft nicht zu bewältigen.Doch die Chancen, die die Gerontopsychiatrie für die Bewältigung der Probleme des Wandels bietet, bleiben bislang meist aus Unkenntnis ungenutzt. Diese Webseite will allgemeinverständlich über die Gerontopsychiatrie ihre Kompetenz und Erfahrung informieren. Sie wndet sich an Alle die es wissen wollen und ganz speziell die es wissen müssen: die Politiker, Mitarbeiter in den Ministerien und die Entscheider ganz unterschiedlichen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesen.

Das besondere der Gerontopsychiatrie

Psychische Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten, ihre Ursachen sind vielfältig. Bei älteren Menschen spielen altersbedingte Veränderungen des Stoffwechsels und damit einhergehende Erkrankungen eine große Rolle. Werden dann noch zu viele Medikamente verordnet steigt das Risiko zu erkranken weiter an.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der damit verbundenen gravierenden Zunahme älterer psychisch kranker, Menschen, z.B. mit Demenzen und Depressionen hat sich seit den 80 er Jahren die Gerontopsychiatrie als ein eigenständiger Teilbereich in der Psychiatrie entwickelt.

Die GerontopsychiaterInnen brauchen ein breites Fachwissen nicht nur in der Seelenheilkunde (Psychiatrie) sondern auch der inneren Medizin für Ältere (Geriatrie). Sie müssen außerdem über die Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten (Pharmakologie) im Alter sehr gut Bescheid wissen.


Ganzheitlich und individuell

Die gerontopsychiatrische Behandlung ist individuell und ganzheitlich auf jeden Patienten abgestimmt. Sie beachtet alle in der Diagnosestellung gewonnen Erkenntnisse über bestehenden körperlichen Erkrankungen sowie die seelische Belastungssituationen, etwa den Verlust eines Partners oder Traumatisierungen aus Kindheit und Krieg. Daneben spielt die aktuelle Lebenssituation - z.B. alleine lebend, keine sozialen Kontakte - der Patienten eine große Rolle.

Medikamente werden je nach Art der Erkrankung nur sehr gezielt, kontrolliert und oft nur für eine gewisse Zeit eingesetzt. Viel wichtiger als die medikamentöse Behandlung sind in der Gerontopsychiatrie neben der aktivierenden Pflege, die Psychotherapie sowie Gestaltung der konkreten Lebenssituation durch die sogenannte Milieu- und Soziotherapie und rehabilitative Maßnehmen.

 

Nach dem Konsensus-Statement der Weltgesundheitsorganisation und des Weltverbandes der Psychiater ist eine kompetente Gerontopsychiatrie und -psychotherapie angesichts dieser Entwicklung unverzichtbar und nicht durch andere Fachgebiete, etwa die Geriatrie oder die allgemeinpsychiatrische Kompetenz, zu ersetzen.

In unserem Land gibt es immer mehr ältere Menschen, und dieser Trend wird sich in Zukunft weiter verstärken. Die aktuelle Hochrechnung gibt es bei -> Destatis

Wenn Alter auch nicht gleichzusetzen ist mit Krankheit, so treten doch vermehrt bestimmte Erkrankungen auf. Einen besonderen Stellenwert haben dabei psychische Erkrankungen wie etwa Depression und Alzheimer-Krankheit. Die Gerontopsychiatrie befasst sich genau mit diesen Patienten.

Psychisch kranke Ältere leiden häufig auch an körperlichen Gesundheitsstörungen. Körperliche und psychische Erkrankungen beeinflussen sich wechselseitig ungünstig. Diese Multimorbidität der Erkrankten stellt deshalb ganz besondere Anforderungen an die sie behandelnden Ärzte und Pfleger.

Vor dem Hintergrund des heute schon bestehenden und in Zukunft weiter zunehmenden Bedarfes an gerontopsychiatrischem Fachwissen hat es sich die Akademie zur Aufgabe gemacht möglichst vielen Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen aber auch professionell Pflegenden, qualitätsgesichert, unabhängig und dezentral den Zugang zur Gerontopsychiatrie zu erleichtern.

Die Deutsche Akademie für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V. vermittelt genau jene theoretischen aber auch praktischen Lehrinhalte, die zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität führen. Die Akademie ist eine unabhängige multiprofessionelle Fort- und Weiterbildungseinrichtung und allein dem Wohl der Patienten und dem Stand der Wissenschaft verpflichtet.

 

Letzte Änderung am 27.11.2015 9:39
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