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Dekobild (ältere Dame am Tisch)
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Stellungnahme der DGGPP gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG)
zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe (Pflegeberufereformgesetz – PflBRefG) vom 27.11.2015

 

Neue Pflegeausbildung gefährdet die Pflege von Demenzkranken

Seit ihrer Gründung 1992 setzt sich die DGGPP als medizinische Fachgesellschaft dafür ein, die medizinische und pflegerische Versorgung von psychisch erkrankten Älteren, wie etwa mit Depression und Alzheimer-Krankheit, zu verbessern. Gerade die stetig wachsende Gruppe von Alzheimer-Kranken wird unser Gesundheits- und Sozialwesen vor eine bislang nicht bekannte Herausforderung stellen. Vor diesem Hintergrund bezieht die Fachgesellschaft eine eindeutige Position zur Neuordnung der Pflegeausbildung.

Deutschland hat mit dem Altenpflegeberuf schon vor Jahren einen Beruf geschaffen, der aufgrund seiner speziellen Ausbildungsinhalte hervorragend auf die Pflege von Älteren, besonders auch demenzkranker Menschen, abgestimmt ist und inzwischen weltweit von Fachleuten als vorbildlich angesehen wird. Jetzt soll der Altenpflegeberuf und mit ihm die Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Kinderkrankenpflege nach dem Willen von Bund und Ländern abgeschafft und zu einem Beruf zusammengelegt werden. Die Politik hofft so, u.a. den Pflegeberuf attraktiver zu machen und mehr Fachpersonal zu gewinnen.

Einen Beleg für diese Hoffnung gibt es nicht. Durch gemeinsame Aktionen ist es in den letzten Jahren gelungen, die Attraktivität des Altenpflegeberufes zu steigern und mehr Auszubildende zu gewinnen. Allein in Nordrhein-Westfalen wird sich die Zahl der Altenpflegeschüler von 2012 bis 2016 auf etwa 17.300 fast verdoppeln. Kritiker befürchten jetzt, dass wegen der neuen Ausbildung weniger Auszubildende in die Altenpflege kommen und so den schon jetzt bestehenden großen Personalmangel bei den Heimen und ambulanten Diensten weiter verschärfen werden.

Bislang existierten keine genauen Zahlen zur Auswirkung der sogenannten „generalistischen Ausbildung“ auf die jetzt und in Zukunft noch mehr benötigten Altenpflegespezialisten. Die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V. (DGGPP) hat mit Unterstützung der Schulen jetzt die bislang größte Befragung von rund 8.000 Altenpflegeschülern durchgeführt und zum Welt-Alzheimertag erste Ergebnisse veröffentlicht.

-> Ergebnisse der Befragung

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Alten- und Krankenpflegeberufe erhalten

"Zur Bewältigung des demographischen Wandels, mit der dramatischen Zunahme von Demenzerkrankten brauchen wir neben den speziellen sozialpflegerischen Kompetenzen der Altenpflege die erprobte Fachkompetenz der Krankenpflege. Aus unserer Sicht werden alle - Krankenhäuser, Heime und besonders die Patienten - verlieren, wenn die generalistische Pflegeausbildung umgesetzt werden sollte", so Prof. Hans Gutzmann, DGGPP, in einem Schreiben an den Bundesgesundheitsminister-> mehr dazu

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Welt-Alzheimertag 2015

Seit 1994 findet jeweils am 21. September der Welt-Alzheimertag statt, der von der Dachorganisation Alzheimer’s Disease International mit Unterstützung der WHO initiiert wurde, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen zu richten.

Die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V., die Hirnliga e.V. und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. haben eine gemeinsame Pressekonferenz "Demenz - Vergiss mich nicht" durchgeführt. Hier ist die -> Pressemitteilung

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Arbeitsentwurf zur generalistischen Pflegeberufeausbildung:
Keine Inhalte, 16 Fonds und in der Pflegekasse bedienen

Vor kurzem wurde als Vorstufe eines Referentenentwurfes das Arbeitspapier zur Abstimmung zwischen Bund und Ländern bekannt. Das Wichtigste fehlt im Papier: die praktischen und theoretischen Inhalte zur Ausbildung der neuen Pflegefachfrau/Pflegefachmann. Dafür findet sich eine Fondslösung von der man sich fragen muss, wie sie funktionieren soll. Und zu guter Letzt sollen die Pflegebedürftigen selbst über die Pflegekasse mit bezahlen. -> hier ist das Arbeitspapier

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In unserem Land gibt es immer mehr ältere Menschen, und dieser Trend wird sich in Zukunft weiter verstärken. Im Jahr 2060 gibt es rund zwanzig Prozent und damit 17 Millionen weniger Einwohner in Deutschland. Während heute 3 Erwerbstätige für einen Rentner arbeiten müssen, wird dann das Verhältnis 1 zu 1 sein. Die aktuelle Hochrechnung gibt es bei -> Destatis

Wenn Alter auch nicht gleichzusetzen ist mit Krankheit, so treten doch vermehrt bestimmte Erkrankungen auf. Einen besonderen Stellenwert haben dabei psychische Erkrankungen wie etwa Depression und Alzheimer-Krankheit. Die Gerontopsychiatrie befasst sich genau mit diesen Patienten. Die Behandlung orientiert sich dabei an den persönlichen Ressourcen der Patienten.In einer Zeit, in der überwiegend nach Kosten-Gesichtspunkten in der Gesundheitsfürsorge gehandelt wird und psychisch kranke alte Menschen von Entrechtung bedroht sind, ist es aus Sicht der DGGPP umso mehr geboten, ethische Gesichtspunkte wieder in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen. -> Ziele der DGGPP

Die DGGPP und ihre Mitglieder arbeiten intensiv auf unterschiedlichen Ebenen daran, dringend notwendige Veränderungen für psychisch kranke Ältere und deren Angehörige im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich einzufordern und - so weit möglich- umzusetzen. Um so auch die Arbeitsbedingungen für alle in der Gerontopsychiatrie Tätigen zu verbessern.

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DGGPP unterstützt Bündnis für Altenpflege

Die Bundesregierung will die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege in einen Topf werfen und zu einem einzigen neuen Pflegeberuf zusammen bringen, dagegen hat sich ein breiter Widerstand gebildet -> mehr dazu

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"Gemeinsam für Menschen mit Demenz"

Ziel der aus Anlass des Welt-Alzheimer-Tages am 21. September 2012 gestarteten Allianz ist die Weiterentwicklung von Hilfen und Unterstützung für Betroffene sowie die Förderung von Verständnis und Sensibilität f ür Demenzerkrankungen, um so gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Die DGGPP unterstütz die Arbeit der Allianz

-> mehr Informationen zur "Allianz für Menschen mit Demenz"

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Demenzkranke besser behandeln -das nützt uns allen!

Das Nebeneinander von Kranken- und Pflegekassen in Deutschland führt nach Ansicht der DGGPP dazu, dass Demenzkranke, gemessen an internationalen Standards, nicht angemessen behandelt werden. In einem Brief an den Präsidenten des Bundesversicherungsamtes (BVA) fordern Deutschlands Alterspsychiater erneut dazu auf die Demenzen in den neuen Morbi-RSA aufzunehmen, denn die vorgelegte Vorschlagsliste zementiert die offensichtlich suboptimale sektorale deutsche Versorgungswirklichkeit.

-> Brief an den Präsidenten des BVA vom 2.2.2012
-> Brief an den Präsidenten des BVA vom 20.2.2008

-> Pressemitteilung: Demenzkranke besser behandeln, das nützt uns allen

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Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) und die DGGPP vergeben ab dem 1.1. 2012 gemeinsam an ihre Mitglieder das Zertifikat

" DGPPN/DGGPP- Zertifikat Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik “.

In Anbetracht der demographischen Entwicklung und der damit verbundenen Notwendigkeit einer stetig zunehmenden gerontopsychiatrischen Expertise für die psychiatrisch-psychotherapeutische und psychosomatische Versorgung von alten und häufig multimorbiden Patienten soll die Vergabe des Zertifikats einen Beitrag zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität leisten. -> mehr zum Zertifikat

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Als Fachgesellschaft in der Deutschlands führende GerontopsychiaterInnen und die Mehrzahl der leitenden ÄrztInnen der gerontopsychiatrischen Einrichtungen in Deutschland vereint sind, arbeitet die DGGPP intensiv daran, neue wissenschaftliche und versorgungspraktische Erkenntnisse zu gewinnen und weiterzugeben. Dies geschieht u.a. durch die

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Die Benachteiligung der Gerontopsychiatrie im Entgeltsystem beseitigen

Die Leistungen für gerontopsychiatrische Patienten bestehen meist aus sehr arbeitsintensiven psychiatrischen und zusätzlich akutmedizinisch-internistischen Maßnahmen, die so im existierenden System nicht dokumentierbar und nicht adäquat abrechenbar sind.
Das Entgeltsystem schreibt bislang die personelle Benachteiligung durch die Psych-PV aus 1990 fort. Aus Anlass der Überarbeitung der OPS durch das DIMDI fordert die DGGPP zur Korrektur auf. -> Zur Stellungnahme

Gleichzeitig wurde mit Schreiben vom 07.06.2011 der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr über die Problematik informiert
-> Schreiben der DGGPP an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

Das Bundesgesundheitsministerium hat am 08.08.2011 geantwortet -> Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums

weiteter Stellungnahmen zum gleichen Thema finden Sie -> Stellungnahmen

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Stellungnahme: Antipsychotika bei Demenz

Bei der Behandlung von Demenzkranken gewinnt die medikamentöse Behandlung von herausfordernde Verhalten zunehmend an Beachtung, da der Einsatz von Antipsychotika besonderer Aufmerksamkeit bedarf. -> Zur Stellungnahme

Dr. Dirk K. Wolter, Vorstandsmitglied der DGGPP, befasst sich seit längerem mit der Thematik und hat dazu in der Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie eine Übersichtsarbeit "Risiken von Antipsychotika im Alter, speziell bei Demenzen" veröffentlicht. Auf vielfachen Wunsch finden Sie den Artikel ->hier

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Letzte Änderung am 11.12.2015 9:24
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